Aspekte der geometrischen Harmonisierung

Im Rahmen der geometrischen Homogenisierung sollen lückenlos passfähige und entlang einer gemeinsamen Grenze geometrisch verknüpfte Daten entstehen. In diesem Zusammenhang werden drei Hauptaspekte, welche zu geometrischen Unterschieden in Geodaten führen, untersucht:

  • Projektionen und Koordinatenreferenzsysteme
  • Geometrischer Abstraktionsgrad von gleichartigen Objekten (Verwendung unterschiedlicher geometrischer Primitiven zur Modellierung)
  • Geometrische Modellierung von gleichartigen Objekten (bezüglich der geometrischen Lage, Genauigkeit und Generalisierung)

Einheitliches Koordinatenreferenzsystem

Basierend auf den INSPIRE Richtlinien wird für beide amtliche Geobasisdatensätze das ETRS89 als Bezugssystem mit UTM-Koordinaten festgelegt. Die Transformationsregeln werden durch die Vermessungsämter zur Verfügung gestellt. In Zukunft werden beide Datensätze in diesem Koordinatenreferenzsystem bereitgestellt.

Abstimmung der Grenzlinie

In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern erfolgt die Abstimmung der gemeinsamen Grenzlinie, die sowohl Sachsen wie auch in Tschechien künftig so verwendet wird. Genutzt werden dafür die Daten der aktuellen Grenzvermessung. Weiterhin werden Generalisierungsregeln und in diesem Zusammenhang der Grenzverlauf für kleinere Maßstäbe abgestimmt.

Definition von Anschlusskoordinaten für wichtige grenzüberschreitende Objekte

In Abstimmung mit den Vermessungsbehörden werden für wichtige grenzüberschreitende Objekte (Straßen- und Bahnverkehr, Gewässer) sogenannte Anschlusskoordinaten entlang der gemeinsamen abgestimmten Grenzgeometrie definiert. Diese Anschlusskoordinaten werden bei Generalisierungs- und Updateprozessen in beiden Datensätzen berücksichtigt. Dadurch kann für diese Objekte eine geometrische Passfähigkeit garantiert werden.

Geometrische Homogenisierung

Basierend auf der gemeinsamen Grenzgeometrie und den Anschlusskoordinaten werden alle grenzüberschreitenden und angrenzenden Objekte geometrisch angepasst. Dies wird von den beiden Vermessungsbehörden durchgeführt und in die jeweilige amtliche Geodatenbasis eingeführt.

Analyse der geometrischen Lagegenauigkeit

Im Rahmen des Projektes wurden GIS-Tools entwickelt, um die geometrischen Passfähigkeit von Objekten in Grenzgebieten zu beurteilen. Dafür erfolgt zunächst für jeden einzelnen Datensatz eine detaillierte Analyse der Objekte, die an der Grenze enden. Durch die Integration der Zuordnungsfunktionen (Ergebnis der semantischen Harmonisierung) wird geprüft, ob vergleichbare Objekte im angrenzenden Datensatz tatsächlich existieren. Anschließend kann untersucht werden, ob diese Objektpaare auch geometrisch verbunden sind.

EFRE